Das Finanzamt zahlt für das Smartphone

Selbstständige und Freiberufler können geschäftlich bedingte Telefonkosten als Betriebsausgaben von der Steuer absetzen. Das betrifft nicht nur die Gebühren für Telefonate, SMS und Datenvolumen, sondern auch Anschaffungskosten für Telefon und Zubehör. Problematisch kann die gemischte private und berufliche Nutzung des Geräts sein, vor allem, wenn eine Flatrate vereinbart ist.

Diese Kosten sind absetzbar

Wird das mobile Endgerät – klassisches Handy, Smartphone oder Tablet – mindestens zu 10 % für die selbstständige oder freiberufliche Tätigkeit genutzt, sind die damit verbundenen Kosten steuerlich relevant, und zwar sowohl für die Einkommensteuer als auch gegebenenfalls für die Umsatzsteuer. Angesetzt werden können die Grundgebühr sowie zusätzliche Gesprächs- und Datengebühren wie etwa Roaming-Zuschläge im Ausland, weiterhin Anschaffungskosten einschließlich eventueller Nebenkosten wie Versand oder Bereitstellungsgebühr sowie Kosten für Zubehör, zum Beispiel Schutzhülle, Headset oder Freisprecheinrichtung für das Auto. Auch Reparaturkosten gehören dazu, wenn etwa das Display nach einem Bruchschaden ausgetauscht werden muss. Bei den Anschaffungskosten gelten dieselben Regeln wie für alle anderen Wirtschaftsgüter. Hat Ihr Telefon nicht mehr als 410 Euro netto oder 487,90 Euro brutto gekostet, dürfen Sie es im Jahr der Anschaffung sofort voll abschreiben. Über einem Wert von 150 Euro netto müssen Sie das Gerät aber dennoch in einem Anlagenverzeichnis erfassen. Über 150 bis 1.000 Euro gibt es die Möglichkeit der Poolabschreibung. Ansonsten schreiben Sie das Gerät einzeln ab. Akzeptiert wird üblicherweise eine Nutzungsdauer von drei Jahren.

Private Nutzung abziehen

Am einfachsten wäre es, wenn Sie als Selbstständiger separate Geräte für die berufliche und private Nutzung besitzen. Das ist zugegebenermaßen lästig. Dual-SIM-Geräte mit zwei Mobilfunkkarten nutzen nicht viel, weil hinsichtlich der Anschaffungskosten dennoch eine Aufteilung erfolgen muss. Bei der heute gängigen Flatrate (erhältlich bspw. bei deutschlandsim.de) gibt es keinen Einzelverbindungsnachweis. Die Aufteilung zwischen Beruf und Privatleben könnten Sie anhand einer genauen Buchführung machen, zumindest exemplarisch für zwei bis drei Monate. Die Finanzämter akzeptieren aber auch eine plausible Schätzung. Je höher die absoluten Kosten, desto glaubwürdiger ist ein hoher beruflicher Anteil. Unter 30 Euro sind berufsbedingte Kosten eher unwahrscheinlich oder marginal. Plausibel wäre ein fester privater Block von ca. 25 bis 30 Euro monatlicher Gebühren. Der Rest sind dann Betriebskosten. Eine verbindliche Regelung gibt es aber nicht. Fragt das Finanzamt nach, sollte die gewählte Aufteilung plausibel erklärt werden können.


Veröffentlicht am: 24. April 2017
von: Lars Nielsen
- Werbung -
quisa cloud crm - jetzt entdecken

Schreiben Sie einen Kommentar